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24.04.2017 | 03:31 Uhr

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Entstehungsgeschichte der IAKF

Prädikatisierte Kur- und Erholungsorte haben schon immer für die Reduktion von Lärm, Abgasen und partikelförmigen Belastungen Wesentliches geleistet. Verkehr wurde zunehmend zu einem Problemfaktor. So hat Ende der 80er Jahre Bad Reichenhall erneut mit einem Entlastungskonzept für den motorisierten Individualverkehr mit Citybussen im 10-Minuten-Takt und peripherem Parken von sich reden gemacht. Berchtesgaden und Oberstdorf folgten 1992 in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung um Umweltfragen als Modellorte, wobei dort schadstofffreie Elektrobusse zum Einsatz kamen.
Damit war der Weg bereitet, dass auf Anregung des Umweltministeriums sich alle an diesen Entwicklungen interessierten Orte zur IAKF zusammengeschlossen haben mit dem Ziel: "Förderung der Reduzierung verkehrsbedingter Umweltbelastungen für Kernbereiche oder wesentliche Kur- und Erholungsbereiche unter Einbeziehung der Autofreiheit und schadstoffarmer Ersatzverkehre".

Vereinszweck

Die IAKF umfasst derzeit 22 prädikatisierte Kur- und Fremdenverkehrsorte aus ganz Bayern als Mitglieder. Sie wurde am 04.02.1993 auf Anregung des Bayerischen Umweltministeriums gegründet.
Ziel ist die "Förderung der Reduzierung verkehrsbedingter Umweltbelastungen für Kernbereiche oder wesentliche Kur- und Erholungsbereiche unter Einbeziehung der Autofreiheit und schadstoffarmer Ersatzverkehre".
Zur Erreichung dieses Zieles ist die IAKF Plattform für einen Erfahrungsaustausch der Mitglieder, Ideenbörse und zugleich Vertretung der Mitglieder nach außen.
Die Namensgebung fordert heraus, es bedarf jedoch der Klarstellung: Kein Mitgliedsort ist gänzlich autofrei und hinter den Mitgliedern verbergen sich auch keine militanten Autofeinde. In den Mitgliedsorten sind wir nur davon überzeugt, dass ein völlig ungezügelter Verkehr Gäste und Bürger überfordert und lebendige Orte ihre Kernbereiche als unverwechselbare, mit ganz besonderem Flair ausgestattete Lebensräume erhalten bzw. wiedergewinnen müssen.

Generelle Arbeitsansätze

Jeder Mitgliedsort hat maßgeschneidert für seine Verhältnisse ein Konzept entwickelt. Bei allen Differenzierungen lassen sich folgende Grundhandlungsmuster erkennen: Verlegen des überörtlichen Verkehrs nach außen, Schaffung peripherer Parkplätze nahe und gut erreichbar vom überörtlichen Straßennetz, im Innenbereich konsequente Parkraumbewirtschaftung, evtl. Einrichtung von Ersatzverkehren in kurzer Taktfolge und schließlich Freimachen bestimmter Kernbereiche vom Individualverkehr mit Steigerung der Attraktivität Fußgänger/Radfahrer.
Diese Muster lassen sich nicht generell überstülpen, Erfolg haben nur die für den jeweiligen Ort maßgeschneiderten Konzepte mit einem Bündel von Maßnahmen - Einzelmaßnahmen bringen nicht die gewünschte Entlastung, Verkehrsreduzierungen wurden so in durchaus beachtlichem Umfang erreicht. Die Ursachen dafür liegen zum einen in der Leistungsfähigkeit der Ersatzverkehre, zum anderen in einem überproportionalen Ansteigen des Fußgänger- und Fahrradverkehrs.

Deutlich wurde auch, dass die Bereitschaft zum Verzicht auf das Individualverkehrsmittel Auto auf drei Ebenen betrachtet werden muss:
- Autofreiheit in der Kommune selbst: Sie findet Akzeptanz bei kurzen und attraktiven Wegen oder bei hochwertigem und konkurrenzfähigem Ersatzverkehrsangebot.

- Angebot in der Region: Bei Einheimischen und Gästen muss ein attraktives Angebot an öffentlichem Personennahverkehr zu den Ausflugszielen und Magnetpunkten in der Region vorhanden sein und dies auch am besten mit einer Netzkarte/Erlebniskarte vermarktet werden.

- Die dritte und schwierigste Ebene betrifft die Fahrt vom Wohnort zum Urlaubs-/ Geschäftsort außerhalb der Region. Aber auch hier gab es schrittweise Verbesserungen, z. B. in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn AG.

Bilanz allgemein

In den fast 12 Jahren des Bestehens der IAKF sind die Mitgliedsorte dem gemeinsamen Ziel ein gutes Stück näher gekommen. Natürlich haben sich die einzelnen Orte alle in unterschiedlichen Schrittlängen bewegt. Entscheidend ist: Zum Vorteil der Orte, der Bürger wie auch der Gäste und der Gewerbetreibenden konnten entscheidende Schritte auf das Ziel "Reduzierung des Verkehrs" gegangen werden.

Im Einzelnen:
1.) Jeder Ort entwickelte sich zum Ziel hin, aber in unterschiedlichen Schrittlängen. Das Maß dafür ist die Akzeptanz vor Ort und der Mut der Entscheidungsträger.

2.) Die Geschwindigkeit in der Entwicklung der Schritte war in den 90er Jahren schneller als heute. Dies liegt zum einem in den Wellenbewegungen von Entwicklung, zum anderen auch an der Aktualität von Problemstellungen, d. h. Umweltgesichtspunkte nehmen heute aktuell nicht den ersten Platz in der Diskussion ein.

3.) Das Angebot und die Verknüpfung von (ÖPNV-) Öffentlichen Personennahverkehrsangeboten ist deutlich besser geworden.

4.) Im Bewusstsein und der Bewertung durch die Gäste haben die Mitgliedsorte an Attraktivität gewonnen.

5.) Die Gewerbetreibenden, insbesondere der Handel haben generell durch die innerörtlichen Entlastungsmaßnahmen nicht verloren, sondern an Attraktivität durch Steigerung der Aufenthaltsqualität gewonnen.

6.) Die IAKF betrachtete das Thema grundsätzlich aus dem Blickwinkel des Verkehrs und der Umweltbelastungen. Zunehmend spielt das gemeinsame Ziel auch im touristischen Angebot eine entscheidende Rolle. Der Gast sucht und wünscht speziell Angebote in Orten, die sich nach diesen Grundlagen entwickeln (siehe auch NETS).

7.) Die Mitgliedsorte haben bei der Entwicklung Alternativer Antriebssysteme im öffentlichen Verkehr ( Stichwort: umweltfreundliche Mobilität) entscheidende Beiträge geliefert. Mit Hilfe des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz wurden Techniken, wie Elektroantrieb, Diesel- oder gas-elektrische Antriebe, Modell Erdgas und vieles mehr zur Serienreife entwickelt bzw. auch die Grenzen der Einsatzmöglichkeiten ausgetestet.

8.) Bei der Bildung von Angeboten im Tourismus, Stichwort: vom Wohnort zum Urlaubsort und Mobilität vor Ort und in der Region ohne das eigene Auto, waren einige Orte Vorreiter.

9.) Einige Orte erhielten Auszeichnungen, z. B. Oberstdorf für die Verknüpfung von öffentlichem Verkehr.

10.) In kürzeren Schrittlängen gehen die Aktivitäten zur Weiterentwicklung in den einzelnen Orten auch in schwierigen Zeiten weiter.

Partner(Organisationen)

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, unterstützt unter dem Stichwort "umweltfreundliche Mobilität" seit Anfang an die einzelnen Orte und die IAKF. Die GAST Die GAST, die Gemeinschaft Autofreier Schweizer Tourismusorte, war Vorbild für die Gründung der IAKF. Es bestehen untereinander enge Kontakte. IG Sanfte Mobilität in Österreich Die IG Sanfte Mobilität in Österreich wurde nach den Vorbildern und GAST und IAKF gegründet. Auch mit ihr bestehen enge Kontakte. NETS NETS, das "Netzwerk Europäischer Tourismus mit Sanfter Mobilität" widmet sich auf europäischer Ebene dem Thema "Tourismus" und "Sanfte Mobilität". Gründungspartner von NETS waren die GAST, die IG Sanfte Mobilität und die IAKF zusammen mit drei in diesem Thema arbeitenden Büros in Österreich und Deutschland.

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